100% Kaiserwetter. Optimale Voraussetzungen für eine Radtour um den Ammersee! Von Schondorf aus radeln wir auf diesem ersten Teil unserer Ammersee-Fahrradtour etwa 20 Kilometer entlang des Ufers: erst führt unser Weg nach Stegen, das im Norden liegt und dann weiter im Osten des Sees bis nach Herrsching.

Von hier aus können wir entweder mit dem Fahrrad weiterfahren – oder gemütlich per Schiff zurück an unseren Ausgangspunkt. Du entscheidest!

Se(e)hnsucht

Zugegeben, diese Idee treibt mich jetzt schon seit dem Frühjahr um: Ich möchte so gerne einmal um Bayerns drittgrößten See radeln, den Ammersee.

Weißt Du was? Heute ist Feiertag, die Sonne knallt vom Himmel und ich habe Hummeln im Hintern. Du ahnst sicherlich schon, was deswegen heute passieren wird? Richtig: Wir setzen meine Idee um. Eine Fahrradtour um den Ammersee steht auf dem Programm.

Wo könnte ich mein neues Rad auch in einer schöneren Umgebung ausführen als auf dieser Radelstrecke, die in knapp 50 Kilometern einmal rund um den zweitgrößten See im Fünfseenland führt.

Ein Großteil der Radtour führt direkt am Seeufer entlang, durch das Ampermoos, Auen, Schilf, Wäldchen und Wiesen. Ich freue mich. Vor allem freue ich mich, dass Du genauso Lust auf meine verrückte Idee hast. Also auf, lass uns losradeln, einmal mit dem Fahrrad rund um den Ammersee.

Von Schondorf mit dem Rad in Richtung Norden

Warum ich Schondorf am Ammersee als Startpunkt für unsere Radtour ausgesucht habe, fragst Du Dich vielleicht? Ganz klar: weil es so gut erreichbar ist. Zum einen rattert die Regionalbahn direkt von Augsburg aus in nur 47 Minuten zu diesem kleinen Städtchen am Westufer des Ammersees.

Und zum anderen gibt es am Bahnhof in Schondorf einen kleinen Park & Ride-Parkplatz, auf dem wir kostenlos unser Vehikel abstellen können, wenn wir denn mit dem Auto anreisen wollen. Du siehst: Ich habe mitgedacht. 😉

In Schondorf angekommen laden wir ruck zuck unsere Fahrräder aus, setzen die Helme auf (ja, Mama, ich bin da inzwischen ganz konsequent und brav) und sind in unter drei Minuten vom Bahnhof runter zum See geradelt.

An der Seepromenade empfängt uns der erste Ausblick auf den Ammersee in all seiner blauen Pracht mit Blick bis fast zu den Alpen:

Außer uns beiden hatten wohl noch mehrere Radler die Idee, das tolle Wetter für eine Radtour um den Ammersee zu nutzen. Sie sind schon ein Stück weiter, als wir und ruhen sich auf einer Wiese in Schondorf aus.

Nachdem unsere Augen diesen Ausblick aufgesogen haben, biegen wir direkt hier an der Seepromenade in Schondorf links ab in Richtung Norden.

Auf dem Skulpturenweg von Schondorf nach Eching

Schon in Schondorf erwarten uns die ersten Skulpturen, die den sogenannten Ammersee-Skulpturenweg zwischen Schondorf und Eching zieren.

Gerne würde ich alle Kunstwerke fotografieren – und erinnere mich dann, gerade noch rechtzeitig daran, dass wir beide ja hier sind, um eine Radtour um den Ammersee zu machen – und keine Kulturtour. (Trotzdem kann ich mich bei ein paar Skulpturen nicht zurückhalten, und netterweise lässt Du mich gewähren.)

Blickst Du im richtigen Winkel durch die Skulptur „Großer Fadenschein“ des Künstlers Thomas Lenhart, landet Dein Blick direkt auf dem Kloster Andechs, das am gegenüberliegenden Ostufer des Ammersees steht.

Hinterhalb des Strandbad Forster in Schondorf biegen wir nach rechts ab und radeln im angenehmen Halbschatten durch den Wald. Hier taucht auch gleich meine persönliche Lieblingsskulptur auf:

Die sogenannte „Muttter mit Zwillingen” von GOMBARKLASS Prod. ist schon ein krasses Teil, oder? Futuristisch und mitten im Wald platziert, trifft Natur auf Kultur – gefällt mir!
Selbstportrait mit Fahrradhelm

Etwas weiter auf dem Ammersee-Radweg passieren wir ein Häuschen, das uns beiden sehr gut gefällt.

Schenkungen bei gleichzeitiger Überlassung des Hauspersonals nehme ich übrigens jederzeit an. Bei Interesse melde Dich bitte in den Kommentaren. 😉 Ach ja, alternativ würde ich auch zu einem Bootshaus am Ammersee ja sagen. Also falls Du zuhause ein Ungenutztes herumstehen hast. Doch das nur am Rande…

Monika Weber, Texterin und Bloggerin mit übermäßig optimistischen Vorstellungen vom Leben

Auf dem Ammer-Amper-Radweg nach Stegen

In Eching angekommen biegen wir auf den Ammer-Amper-Radweg ab, der am Strandhaus vorbei zum Strandbad in Eching führt.

Hinter dem Strandbad zweigt ein bekiester, relativ schmaler Weg ab in das Ufer-Dickicht, das sich als Teil des Naturschutzgebiet Ampermoos herausstellt…

Auf dieser Fahrradtour am Ammersee perfektioniere ich meine Fähigkeiten im einhändigen Fotografieren vom Rad aus – gut dass uns gerade niemand entgegenkommt.

… bevor der Radweg auf halbem Weg nach Stegen wieder über offene Felder führt, auf denen die Gräser herrlich blühen. Hatschi deluxe und so. Doch ich habe im Moment keine Zeit für Allergien, weil ich stattdessen aktiv niedrig hängenden Ästen ausweiche.

Über eine Brücke, die aktuell nach einer mittelkleinen Großbaustelle aussieht, erreichen wir nach etwa 30 Minuten kräftigen Radelns (und Fotografierens) Stegen.

Stegen liegt am nördlichsten Punkt des Ammersees. Hier gibt es a) in der Eismacherei das vermutlich beste Eis am Ammersee (Insidertipp von einem Freund, der hier wohnt!) und b) die gefühlt höchste Dichte an Münchnern außerhalb von München.

Ein guter Grund, hier einen Stop einzulegen – jedoch nur auf ein Eis – und dann schnell wieder weiterzuradeln. Zumindest an einem Feiertag wie heute.

Schlange stehen rentiert sich bei der Eismacherei in Stegen am Ammersee!
Erfrischend fruchtig darf es heute sein: Mango, Himbeere und obenauf ein Klecks Rosmarin-Olive zum Probieren (was wesentlich verrückter klingt, als es schmeckt).

Mit dieser feinen Abkühlung im Bauch geht unsere Radtour um den Ammersee weiter – vorbei an einem der ikonischsten Bootshäuser des Ammersees (und es gibt nicht gerade wenige davon).

Vor dem alten Bootshaus bei Stegen am Ammersee haben es sich schon einige Badegäste gemütlich gemacht.

Mit dem Fahrrad über die Auen nach Herrsching

Immer den Schildern nach Richtung Herrsching folgend radeln wir weiter: Erst führt uns der Radweg dabei am Ufer entlang…

… bis Fahrradfahrer irgendwann nicht mehr an der Promenade weiterfahren dürfen, unser Weg daher nach links abbiegt und wir steil den Berg hinaufstrampeln.

Gut, dass die Geschwindigkeit bergauf auf 30 km/h beschränkt ist – sonst wäre ich ganz sicher zu schnell gefahren. Nicht. *schnauf*

Oben angekommen folgen wir weiter dem ausgeschilderten Radweg über saftige Wiesen und durch grüne Alleen oberhalb des Ammersees. Immer wieder bieten sich uns dabei rechterhand Ausblicke auf das fast schon leuchtende Blau des Sees.

Kurz, bevor es den Berg nach Herrsching hinunter geht, entdecken wir hinten am Horizont die berühmte Kirchturmspitze des Kloster Andechs.

Herrsching – wieder vereint mit dem See

In Herrsching treffen wir endlich wieder auf dieses schöne Gewässer, um das sich heute alles dreht: den Ammersee. Nach eineinhalb Stunden Radeln ist uns warm und wir nutzen die Gelegenheit, um erst einmal den Seeblick zu genießen und uns ein wenig auszuruhen.

Vom Ufer aus sehen wir einer Gruppe Gänse bei ihrem Familien-Badeausflug zu.

Danach strampeln wir weiter bis hinein in den Ort. Hier stoßen wir auf das Herrschinger Kurparkschlösschen, das pittoresk an der etwas überlaufenen Promenade liegt.

Das Herrschinger Kurparkschlösschen ist nicht nur schnuckelig, dort gibt es praktischerweise sogar eine öffentliche Toilette.

Nachdem zum echt bayerischen Flair die Humtata-Musik nicht fehlen darf, verweilen wir ein paar Minuten, …

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… bevor uns das geschäftige Treiben zu bunt wird und wir – in großem Bogen um die Menschenmenge herum – in Richtung Süden aus Herrsching herausradeln.

Badepäuschen zwischen Treibholz und Erdbeeren

Wie schön ruhig und regelrecht idyllisch dieser Radweg um den Ammersee sein kann, erkennen wir spätestens jetzt. Hinter Herrsching fahren wir zunächst an einigen üppig grünen Privatgrundstücken vorbei.

Zu unserer Rechten ziert nun Schilfgras das Seeufer, das immer wieder von beeindruckenden Treibholz-Ansammlungen durchbrochen wird.

Zeit für eine Badepause – da sind wir uns beide einig. Und so platziere ich meinen Sarong im Halbschatten, packe den Bikini aus, dazu zwei Bananen und obendrein das Schälchen Erdbeeren, das uns eben noch am Erdbeerhäuschen nachgelaufen ist. Hmmm.

Wir planschen ein wenig, schlemmen, chillen am Ufer und sinnieren darüber, dass trotzig-schreiende Kinder wesentlich süßer sind, wenn man sowohl ein Stück weit von ihnen weg liegt, als auch nicht für sie zuständig ist.

Du entscheidest: weiter mit der Radtour um den Ammersee – oder lieber Schiffchen fahren?

Nach dem Baden stehen wir vor der Entscheidung: Entweder starten wir jetzt Teil 2 unserer Radtour um den Ammersee.

Oder wir radeln gemütlich zurück nach Herrsching und lassen uns – samt Fahrrad – vom Schiff quer über den See zurück nach Schondorf tragen. Ich habe in weiser Voraussicht gleich einmal beides geplant.

Wofür entscheidest Du Dich heute?

  • Du möchtest weiter zusammen mit dem Fahrrad um den Ammersee fahren? Teil 2 unserer Radtour – nämlich von Herrsching Richtung Süden und wieder zurück nach Schondorf – findest Du hier.
  • Für die gechillte Schifffahrt lies einfach hier weiter:

Zurück in Herrsching hat der Trubel an der Seepromenade deutlich nachgelassen – wie angenehm. Nur noch ein paar spielende Kinder toben glücklich und ausgelassen am Seeufer herum.

So können wir ganz entspannt auf einem Bänkchen darauf warten, bis endlich unser Schiff kommt, während wir das spätnachmittägliche Glitzern der Sonne auf dem Ammersee bewundern.

(Übrigens ein guter Zeitpunkt und Ort, um noch ein Kleinigkeit zu essen. Wir haben jedoch den Bauch voller Erdbeeren und nutzen die Wartezeit lieber, um meditativ auf den See zu gucken.)

Da kommt sie schon, die Utting. Den aktuellen Ammersee-Schifffahrplan findest Du übrigens hier.

Nachdem unser Transportmittel – die Utting – inzwischen am Steg in Herrsching angelegt hat…

… schieben wir die Räder über eine metallene Rampe an Bord. „Zwei Erwachsene und zwei Fahrräder, bitte!“ fordere ich höflich den gemütlich aussehenden älteren Herren auf, der auf dem Schiff die Tickets verkauft.

In der Mitte des Schiffs sperren wir die Räder umfallsicher an ein metallenes Gestänge, bevor wir es uns auf dem Vorderdeck der Utting gemütlich machen.

Nach knapp 40 Minuten sind wir am Steg in Schondorf angekommen, der im milden Abendlicht weit in den See hinein ragt.

Wir steigen aus und die Utting fährt ohne uns weiter über den abendlichen See…

… während wir unsere Radtour um den Ammersee – okay, den halben Ammersee –entspannt und voller neuer Eindrücke beenden, indem wir vom Bootssteg aus zurück zum Bahnhof radeln.

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