Was machen die Kanadier jedes Jahr in den kältesten Monaten Januar und Februar bei -10 bis -30 Grad? Selbstverständlich ein Open-Air-Festival feiern: das Igloofest! Klar, ich meine, warum auch nicht? Temperaturen scheinen für Partyfreunde in Montreal kein Argument zu sein. Daher auch das Motto der Veranstaltung: Das kälteste Musik-Festival der Welt (The coldest music festival in the world). So stellen sie auf dem Quai im Alten Hafen von Montreal für drei Wochen Bars aus Eis, Eisskulpturen und ein großes igluförmiges Zelt auf, in dem getanzt wird.

Überlebensgroße Eisskulptur einer Jägermeister-Flasche beim Igloofest
Kunstvolle Eisskulpturen treffen beim Igloofest auf Kommerz pur.

Auf der riesigen Open-Air-Tanzfläche des Igloofest zappeln die dick eingepackten Menschenmassen einfach so lange, bis ihnen warm wird. Übrigens: In einem fetten Daunenmantel zu tanzen fühlt sich sehr seltsam an. Ich komme mir ein wenig vor wie in der Michelin-Männchen-Werbung. Nur mit Elektro-Musik-Untermalung und Bier.

Tanzende Menge beim Igloofest in Montreal

Dass die Montréaler das Igloofest als Gelegenheit nutzen, um ihre verrücktesten Winterklamotten auszuführen, ist sowieso klar. Muss man sie nicht einfach mögen?

Hauptsache warm, schrill und ausgefallen. Was liebe ich diese Stadt!

Meine persönlich wichtigste Erkenntnis dieses Abends: Iglus sind eigentlich durchsichtig und nur deswegen weiß, weil normalerweise Schnee drauf liegt. Wäre ich jetzt von selbst nicht drauf gekommen. Andererseits habe ich mir da vorher ‒ mangels Iglu ‒ auch noch nie Gedanken darüber gemacht…

Guckuck! So durchsichtig kann 20 Zentimeter dickes Eis sein.
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