Eine Seerunde um den Kalterer See

Der Seerundweg führt ca. 8 Kilometer lang teils am Ufer des Kalterer Sees entlang, teils durch Weinreben, Wald oder Apfelbäume. Der Weg bietet herrliche Ausblicke auf Berge und Wasser – einfach eine unschlagbare Kombi. Als ich an diesem sonnigen Vormittag um den See herumwandere, fällt mir zum wiederholten Mal auf, wie viele Apfelbäumchen und Weinreben sich hier eigentlich tummeln:

Etwa 1/3 des Sees gehören zum Biotop Kalterer See. Hier kann man über Holzstege durch das Schilfgras laufen – und ich erwarte ständig, dass ein Aligator vorbeikommt. Die Ähnlichkeit mit den Everglades ist durchaus gegeben. Stattdessen stellt sich heraus, dass das Biotop ein Vogelschutzgebiet ist. In dem man viele Vögel beobachten kann. Ich habe mitgezählt: Bei mir waren es 8 Stück in unter 5 Minuten. Das ist gut, oder? 😉

Weiter um den See herum bietet sich vom gegenüberliegenden Ufer aus ein toller Blick auf das Strandbad, in dem Anfang Oktober bei 24 Grad im Schatten allen Ernstes noch Menschen baden. Ich persönlich habe mit der Badesaison in unseren Breitengraden für dieses Jahr abgeschlossen – und finde es deswegen etwas absurd. Aber hey: Jedem das Seine!

Törggelen in Reinform auf dem Gemoaner-Hof

Der Gemoaner-Hof liegt nur etwa 30 Autominuten von Bozen entfernt in Völser Aicha. 1317 erbaut ist er umgeben von Weinbergen, Obstplantagen und
Kastanienbäumen. Die Sicht, die sich im letzten Tageslicht bietet, ist einfach spektakulär:

Mit Handschlag wird jeder Gast von Frau Planer, der “Gmoanerin”, herzlich begrüßt. Die Zirbelstube – der Name ist Programm -ist ganz in Holz gehalten, noch original erhalten und sehr urig-gemütlich. Prost!

Die Gmoanerin erzählt, was sie gerade auf dem Herd stehen hat und fragt dann “Was wollts ihr denn?” Einmal von allem natürlich. Plus Weißwein. Plus Edelvernatsch. Der Vernatsch ist ein einfacher Rotwein, der süffig, unkompliziert und einfach gut ist. Die Vernatsch-Rebe gibt es nur in Südtirol und gehört zum Törggelen einfach dazu. (Es sei denn man steht auf neuen Wein mit Kellermuff. Aber das hatten wir ja schon geklärt.)

Die (kalorienarm-veganen) Spiele mögen nun denn beginnen:

Speckbrotzeit
Speckbrotzeit mit selbstgebackenem Brot und Schüttelbrot
Südtiroler Knödel auf einem Teller
Spinatknödel, Käsknödel und Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung
Hausgemachte Wurst, Schmorfleisch, Speckknödel und Sauerkraut
Hausgemachte Wurst, Schmorfleisch, Speckknödel und Sauerkraut
Apfelkuechle
Und zum Nachtisch heiße Apfelküchle mit Zimt und Zucker.

Optisch offensichtlich keine Haute Cuisine. Aber wenn man, wie ich, am liebsten aus einheimischen Töpfen nascht, ist Törggelen der Himmel. Auf dem Weg zum Auto, den ich rollend zurücklege, sind die Sterne ganz klar durch die klare Bergluft zu sehen und die Milchstraße ist zum Greifen nahe.

Brixen im Regen

Nachdem das Wetter den ganzen Aufenthalt über mein Freund war, macht es mir auch den Abschied entsprechend leicht: Am Abreisetag ist der Himmel grau verhangen. Es tröpfelt und regnet und tröpfelt und saut.

Trotzdem entscheide ich mich dafür, einen Abstecher nach Brixen zu machen. In San Andrä, oberhalb von Brixen an den sonnigen Hängen der Plose gelegen, habe ich als Kind einige Urlaube verbracht. Und will wissen, ob ich mich noch an die Stadt erinnern kann. Um es kurz zu machen: Nein. Immerhin das Kirchlein von San Andrä erkenne ich von unten aus wieder.

In Brixen findet soeben der Brot- und Strudelmarkt auf dem Domplatz statt. Es duftet lecker und die Menschen schieben sich gegenseitig durch den Nieselregen. Nachdem ich eher weniger auf Menschenmengen stehe, schlage ich mich in die Brixener Hintergäßchen, wo ich einen Floh- und Trödelmarkt finde. Und was erwerbe ich dort? Ein Glas voller Knöpfe. Was sonst? 😉

Im Kreuzgang des Doms, dessen herrliche gotische Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert, frisch restauriert mit leuchtenden Farben beeindrucken, nehme ich Zuflucht vom Regen. Und vergesse vor lauter Bewunderung, sie für Dich zu fotografieren… Lalala.

Mit guten Eindrücken aus diesem putzigen Städchen mache ich mich auf den Heimweg. Auch wenn ich gerne unterwegs bin und von dort aus arbeite – daheim sein ist auch etwas Schönes. Und die nächsten Projekte erwarten mich schon…

Bis bald! =)