Bozen und die Burg

Oh Wunder! In einer Region, in der man als Burgbesitzer keine Ausnahme ist und die Nachbarburg oft nur wenige hundert Meter weit weg liegt, findet sich auch in der Hauptstadt Südtirols, Bozen, eine Burg: Schloss Maretsch. Wollte ich nur mal festgehalten haben.

Schloss Maretsch in Bozen

Von der Burg aus schlendere ich durch Bozens Gassen, über den Waltherplatz (benannt nach Walther von der Vogelweide, seines Zeichens Barde und bedeutendster deutschsprachiger Lyriker des Mittelalters)…

Bozener Marktplatz in Südtirol

… vorbei am gotischen Dom, der im 15. Jahrhundert ausgerechnet von einem Augsburger realisiert wurde. Klein ist die Welt (im Mittelalter gewesen). Unter uns: Ich finde die bunt geschindelten Dächer in Südtirol einfach großartig. Farbe braucht die Welt!

In Bozen gibt es nicht nur mittelalterliche Kultur zu finden, sondern auch, (mittelalterliche) Kulinarik. Und so verzücken mich heute Käseknödel auf Krautsalat mit knusprigem Speck. Jeder Bissen ist ein Hochgenuss!

Außerdem finde ich mit Moiré eine Boutique, die nicht nur mit die verrücktesten Kleidungsstücke verkauft, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe – sondern deren Wände über und über mit bunten Graffitis geschmückt sind.

Herausragendes Essen + Mode + Graffitis = Bozen rockt!

Meran, du Schöne

Ich kann nicht neutral sein, wenn ich über die Orte schreibe, die ich bereise. Und Meran hat es mir wirklich echt richtig arg angetan. Das mag natürlich auch am Traumwetter liegen, das Anfang Oktober so eher ungewöhnlich ist. Bei 25 Grad und Sonnenschein überquere ich den Fluss Passer und flaniere in Richtung Altstadt. Dieser Bergblick!

Wie auch in Bozen ist Merans Innenstadtbild von Laubengängen geprägt, in denen die unterschiedlichsten Läden einladende Waren feilbieten. Vom Pelzmäntelchen über den gemeinen Haushaltbedarf findet sich hier alles, was das Einheimischen- und das Touristen-Herz begehrt.

Innenstadt von Meran
Meraner Laubengasse
Traumziel für eine Städtereise: Meran, die Perle von Südtirol
Traumziel für eine Städtereise: Meran, die Perle von Südtirol

Nach diesem ausgedehnten Bummel durch Meran knurrt mein Magen (Überraschung!) und ich träume von Esskastanien. Die fehlen nämlich noch auf meiner Südtiroler Speise-Wunsch-Liste. Welch ein Glück, dass sich genau das richtige Restaurant findet, das mir Kastanien-Bandnudeln mit Lammragout serviert. Ich verdrehe glücklich die Augen und mampfe im Sonnenschein genüsslich mein Mittagessen.

Auf dem Tappeinerweg über den Dächern von Meran

So gestärkt mache ich mich auf in Richtung Tappeinerweg, eine der zahlreichen Promenaden Merans, die herrliche Ausblicke auf die Stadt und das Etschtal bietet.

Frau auf dem Tappeinerweg in Meran
Was die Texterin in Meran so alles an Handwerkszeug findet… 😉

Entlang des Weges finden sich kleine Hüttchen, in denen sympatische Meraner frisch gepressten Traubensaft, selbstgemachten Wein oder kleine Brotzeiten anbieten:

Hier verweile ich ein paar Minuten und nippe an einem Gläschen Traubensaft, das mir ein liebenswerter Rentner serviert: Pröstchen! Was für ein Ausblick!

Der Kurspaziergang führt weiter bis zum kleinen Dorf Tirol oberhalb von Meran. Von dort aus kehre ich auf dem Tappeinerweg wieder zurück ins Tal, was beileibe keine Strafe ist, weil ich nun einen Ausblick in die andere Richtung habe, der mindestens genauso großartig ist!

Und dabei fällt mir dann auch diese Plakette auf, die an den südtiroler Freiheitskämpfer und Vaterlandsheld Andreas Hofer und sein letztes Gefecht 1809 erinnert:

Meran, ich mag dich!